Thema „Schwerhörigkeit“

Wer schlecht hört, verpasst vieles im Leben. Das können anregende Gespräche, Nuancen schöner Musik oder im Straßenverkehr ein sich näherndes Fahrzeug sein. Dann ist die Schwerhörigkeit nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität, sondern sie wird lebensgefährlich.

Etwa 19 Prozent der Deutschen sind schwerhörig. Problematisch ist, dass der Verlust der Hörfähigkeit ein schleichender Prozess ist. Vielen Menschen ist gar nicht klar, dass sie schlecht hören, weil sie sich so daran gewöhnt haben.

Generell kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine Schwerhörigkeit meist sehr schnell feststellen und einordnen. Die Ursachen sind dabei vielfältig und reichen von der Altersschwerhörigkeit über Infektionen bis hin zu chronischen Lärmschädigungen oder Tumoren. Schwerhörigkeit kann auch angeboren sein.

Weicht das Hörvermögen um etwas mehr als 20 Dezibel von der Norm ab, spricht man von einer geringfügigen Schwerhörigkeit. „Ab einem Wert von 30 bis 35 Dezibel merkt man die Einschränkung selbst sehr deutlich“, berichtet HNO-Ärztin Sybille Elies-Kramme. Zuerst gehen die hohen Töne verloren.“

Die Schwerhörigkeit ist eine Erscheinungsform des Alterungsprozesses, der man leider nicht entgegenwirken kann. Eine Ausnahme bildet hierbei die Vermeidung von Lärm. So sollte man beispielsweise in der Disco oder bei einem Konzertbesuch einen Gehörschutz tragen. Dieser filtert die Höhen der Musik raus, wobei jedoch das Sprachverstehen im Tiefenbereich erhalten bleibt.

Spätestens ab einem Alter von 40 Jahren sollte man einen Hörtest machen lassen. Hierbei kann der HNO-Arzt auch entscheiden, ob eine professionelle Ohrreinigung angezeigt ist. „Man sollte keinesfalls seine Ohren mit Stäbchen reinigen“, betont Dr. Sybille Elies-Kramme. „Nicht umsonst heißen diese Kosmetik- und nicht Ohrenstäbchen. Damit stopft man das Ohrenschmalz nur noch weiter in den Gehörgang. Wenn man möchte, kann man zur Reinigung vorsichtig den kleinen Finger zur Hilfe nehmen. Geht man zu tief, merkt man sehr schnell, dass das sehr schmerzhaft ist. Dann keinesfalls weitermachen. In der Regel reguliert unser Körper die Ohrenschmalzproduktion selbst.“

Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für sein soziales Umfeld kann das schlechte Hören zur Belastung werden. Wenn etwa der Fernseher auf höchste Lautstärke gestellt wird, bekommen der Ehepartner Schweißausbrüche und die Nachbarn schlechte Laune. Zudem ist es sehr anstrengend, jeden zweiten Satz wiederholen zu müssen. Oft ist es den Betroffenen peinlich, dass sie immer wieder nachfragen müssen, und irgendwann lassen sie es dann ganz sein und nehmen nicht mehr an Gesprächen teil. Womit wir wieder am Anfang der Geschichte wären. (E.B.)

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